Fingerfertigkeit auf technologischem Niveau – FORMHAND und Fraunhofer IPA optimieren Bin picking

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Trotz kontinuierlichem Fortschritt der Technik zeigen sich weiterhin Bereiche, in denen klassische Robotertechnik an ihre Leistungsgrenzen gerät. Einer dieser Anwendungsfälle ist das sogenannte Bin picking, die Vereinzelung chaotisch zusammengestellter Objekte. In vielen Bereichen der industriellen Produktion werden einzelne Werkstücke als Schüttgut in Behältern zwischen Prozessschritten transportiert und bereitgestellt. Die motorisch anspruchsvolle Aufgabe der Vereinzelung und Zuführung wird hier vorwiegend vom Menschen bewältigt. Klassische Greifsysteme sind durch die unterschiedliche Lage einzelner Werkstücke, insbesondere bei anspruchsvoller Formgebung und Material, bisher weitgehend überfordert.

In einem Pilotprojekt des Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, im Rahmen des EU-Projekts ROBOTT-NET, in Zusammenarbeit mit der FORMHAND Automation GmbH und drei weiteren Projektpartnern, ist es gelungen, eine einfache Roboterlösung zum Greifen und Handhaben von Blechteilen zu entwickeln. Seitens FORMHAND stand hierbei die Adaption des vorhandenen innovativen Greifsystems im Fokus. Zu diesem Zweck wurde der von FORMHAND entwickelte Universalgreifer, bestehend aus einem Granulat-gefüllten Greifkissen, der Werkstücke unterschiedlichster Formgebung mittels eines elektrisch erzeugten Volumenstroms fixiert, an die Anforderungen des Bin pickings angepasst.

„Im Rahmen des Projektes ist es uns gelungen, unseren Universalgreifer so zu optimieren, dass er auch anspruchsvolle flache Blechteile mit vielen Löchern in unterschiedlichen Szenarien zuverlässig greift, sortiert und ablegt“, erklärt Dr.-Ing. Christian Löchte, Geschäftsführer der FORMHAND Automation GmbH aus Braunschweig. „In Kombination mit der Bildverarbeitungssoftware bp3TM vom Fraunhofer IPA wird der „Griff in die Kiste“ damit ein weiterer Prozessschritt, bei dem Roboter den Menschen sinnvoll unterstützen und Produktionsverfahren optimieren kann.“